Schlaganfall? Nicht für Besser-Esser!
Schlaganfall? Nicht für Besser-Esser!

Schlaganfall? Nicht für Besser-Esser!

Wie passende Ernährung Risiken für Infarkte mindern kann

Eine große europäische Studie zeigt: Bestimmte Nahrungsmittel können das Risiko für Hirninfarkte erhöhen, andere hingegen wirksam gegensteuern. Welche das sind, erklären wir in der Folge.

Wichtige Erkenntnisse in Bezug auf die Ernährung

Laut Robert Koch-Institut ist Schlaganfall in Deutschland die dritthäufigste Todesursache - und sogar der häufigste Grund für bleibende Behinderungen bei Erwachsenen. Grund genug, aktiv gegenzusteuern. Und das kann über unsere Ernährung geschehen. Die wichtigsten Erkenntnisse aus der Studie:

  • Vollkornprodukte, Obst und Gemüse, Nüsse und Samen, Käse und Molkereiprodukte können vor Hirninfarkten schützen.
  • Der Verzehr von über 50 g/Tag an rotem und verarbeitetem Fleisch erhöht (möglicherweise) das Risiko.
  • Auch ein hoher Ei-Konsum kann das Risiko für Hirnblutungen begünstigen.

Zuverlässig positive Effekte

Dabei gilt: „Ernährungssünden“ können bis zu einem gewissen Grad ausgeglichen werden. Das Risiko durch den erhöhten Verzehr an rotem und verarbeitetem Fleisch etwa lässt sich verringern, wenn beispielsweise eine vollkornreiche Kost zugeführt wird. Die positiven Effekte blieben in allen Analysen stabil.

„Fazit der Studie in Bezug auf den ischämischen Schlaganfall ist also, dass man sein persönliches Erkrankungsrisiko durch Obst, Gemüse und eine vollkornreiche Kost senken kann“, erklärt Prof. Hans-Christoph Diener, Pressesprecher der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN). „Auf das Risiko für Hirnblutungen scheinen diese Ernährungsfaktoren hingegen keinen schützenden Einfluss zu haben.“

Zwei Arten von Schlaganfällen

Dazu muss man wissen: Vier von fünf Schlaganfällen sind ischämisch. Das heißt, durch Verschluss oder Verengung eines hirnversorgenden Blutgefäßes wird ein Hirnareal mit ungenügend Sauer- und Nährstoff versorgt.

Neben diesen „Hirninfarkten“ gibt es die hämorrhagischen Schlaganfälle, auch Hirnblutungen genannt. „Wir wissen, dass eine gesunde Ernährung den Hauptrisikofaktoren des Schlaganfalls vorbeugt“, so Professor Dr. Wolf-Rüdiger Schäbitz, Pressesprecher der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft(DSG).

Die Studie zu den Erkenntnissen

Hintergrund: Die im European Heart Journal publizierte, von der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) aufgegriffene Studie analysierte fast 420.000 Menschen in neun europäischen Ländern u. a. auf ihre Ernährungsgewohnheiten.

Veröffentlicht: 08.07.2021 - Aktualisiert: 27.04.2022